Innovationstypen auf unterschiedlichen Disruptionsleveln

Making things better – making new and better things – Reinventing our business – Business as unusual.

 

Ich habe im Buch "Disruptive Thinking" von Bernard von Mutius eine tolle Darstellung der verschiedenen Innovationsarten gefunden, die ich gerne mit euch teilen möchte.

 

Das "Combinatoric Innovations" Konzept von Paul Louis Iske visualisiert die verschiedenen Innovationssarten auf unterschiedlichen Disruptionsleveln. Die Grafik hilft, sich in den verschiedenen Innovationsarten zu orientieren und zu positionieren.

Meine Gedanken dazu

 

Jede Zone fliesst in die nächste und weist individuelle Rahmenbedingungen auf. Demzufolge ist es auch sinnvoll, ein individuelles Vorgehen und spezifische Methoden pro Zone zu definieren.

Die kontinuierliche Verbesserung (KVP, Kaizen, Improve) besetzt die erste Zone und ist im Bereich Terra cognita und Existing Business angesiedelt "Making things better". Sie ist bei weitem nicht so spektakulär und Marketingwirksam wie die anderen Innovationsarten, aber das Fundament um die Denkhaltung des Hinterfragens und Verbesserns zu verankern. Die Aktivierung aller Mitarbeitenden, damit das Unternehmen von der ganzen Diversität, Kreativität, Innovationskraft und Potential profitieren kann. Der grosse Innovationsmuskel jedes Unternehmens.

 

Je weiter wir in anderen Innovationsarten investieren wollen, desto schwieriger wird es, desto weiter "müssen" wir unser bekanntes Terrain und demzufolge auch unsere Praktiken, Gewohnheiten und Fachkompetenzen verlassen. 

Das braucht Mut und tut manchmal auch weh. Aua.

 

Schon im Bereich "Make new an better things" macht es Sinn bewusst in die Diversität der Teams und in Experimente und schnellen Prototypen zu investieren, damit unser System mit frischen Impulsen eine "konstruktive Störung" erfährt und so von neuen Denkanstössen und Ansichten profitieren kann. Damit neue Lösungen entstehen können. Vor allem geht es darum die Dinge von einer anderen Seite her zu denken. An genau dieser Schwelle, wo der Disruptionslevel steigt und es um #terranova, wirkliche new things oder auch neue Lösungen geht, steht uns manchmal unser tiefes Fachwissen selber im Weg; liegt oft noch viel

ungenutztes Potential. Wo es darum geht, festgefahrene Ansichten zu verlassen, lautet die grosse Herausforderung: "Wie kommen wir auf neue Lösungen?".

Aus meiner Erfahrung entstehen gute Ideen mehr durch Dinge die man unterwegs entdeckt, manchmal mit Unterstützung des Zufalls, und durch Anpassungen die man unterwegs tätigt, als dass sie schon zu Beginn an perfekt sind. Sei mutig, warte nicht, bis Du das Leben verstehst um zu starten :-)

 

Bei "Reinventing our business" und "Business as unusual" geht es um disruptivere oder cross-sektorale Innovationen. Es geht um co-creation mit transversalen Organisationseinheiten, Partnern, Kunden

oder anderen Firmen. Da machen sogar Experimente und Kooperationen mit anderen Firmen aus anderen Bereichen Sinn. Auch da wo vordergründig wenig Gemeinsamkeiten oder Potential besteht, kann Neues und Grosses entstehen. Hier geht es in erster Linie nicht nur um das Produkt, sondern vielmehr um neue und grosse Hebel mittels Business Modell zu entdecken. Es lohnt sich mindestens so viel in das Business Modell zu investieren, zu experimentieren, zu iterieren, als in das eigentliche End-Produkt. Zum Beispiel mit dem tollen Lean Canvas Model.

 

Auf die schwierige Frage "Wie misst man die Kreativität der Organisationen?" antwortet Paul Louis Iske: "Ganz einfach. Man nimmt die Zahl der Fragen, die jeden Tag gestellt werden, multipliziert mit der Häufigkeit des Lachens."

 

Viel Mut, Kreativität & Spass beim innovieren (egal in welcher Innovationszone)

 

Fabrizio D'Agostino

Improve Coach

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